Benedikt Mitmannsgruber lädt zu einer Reise durch sein drittes Bühnenprogramm ein, das sich ganz um Herkunft, Identität und das Leben am Rand der Gesellschaft dreht. Ausgangspunkt ist ein vergilbtes Album auf dem Dachboden des Elternhauses – darin ein Stammbaum, der weit zurückreicht. Die Erzählung beginnt Anfang des 20. Jahrhunderts in einem kleinen Dorf direkt an der tschechischen Grenze. Dort stellen seine Urgroßeltern mit ihrer großen Kinderschar die Weichen für die kommenden Generationen.
Die Familiengeschichte zieht sich durch Jahrzehnte voller Veränderungen: In den 1960er Jahren wachsen Benedikts Eltern neben dem Eisernen Vorhang auf, mitten in der österreichischen Provinz – immer mit dem Gefühl, irgendwo zwischen zwei Ländern zu leben. Die Unsicherheit darüber, zu welchem Staat das eigene Zuhause eigentlich gehört, prägt Kindheit und Alltag.
Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs in den 1990er Jahren wird schließlich Benedikt geboren. Er wächst heran in einer Welt voller Eigenheiten und kauziger Dorfbewohner – einer Umgebung, die ihm fremd bleibt und doch vertraut ist. Seine Liebe zum ländlichen Nirgendwo und zu den Menschen dort zieht sich wie ein roter Faden durch das Programm.
Benedikt Mitmannsgruber betrachtet seine Vergangenheit mit einem Mix aus Humor und Melancholie: Das Leben am Ende der Welt wird zur Bühne für skurrile Geschichten, absurde Alltagsbeobachtungen und einen unverstellten Blick auf gesellschaftliche Entwicklungen. Die Hommage an die vergessenen Dörfer wird dabei zur Liebeserklärung an Familie und Herkunft – an Eltern und Großeltern, die trotz aller Widrigkeiten immer Rückhalt geben.
Die Show dauert etwa 90 Minuten und steht unter der Regie von Jürgen Marschal.